Heimatlexikon Thaleischweiler-Fröschen – 3-Presles

Presles    ( Buch 750 Jahre Thaleischweiler-Fröschen)

Von Klaus Lorenz

 

Presles liegt in einem kleinen Tal, zwischen den Wäldern von Isle-Adam und Carnelle. Es erstreckt sich entlang der Rue du Roy später der Rue de Presles. Es liegt im Departement Val d'Oise im Arrondissement de Pontoise, im Canton de l'Isle Adam. Die Entfernung nach Paris Notre-Dame beträgt 34 km. Die mittlere Meereshöhe beträgt 60 Meter.
Die Grenzen der Gemeinde wurden 1826 durch einen königlichen Beschluß festgehalten. Demnach umfaßt das gemeindliche Territorium 995 ha, davon sind 221 ha Wald.
Zahlreiche steinzeitliche Funde weisen darauf hin, daß die Gegend um Presles sehr früh bewohnt war. Es gibt zahlreiche Dolmen (Steingräber) wie den Pierre Turquaise im Wald von Carnelle und den Pierre Plate im Wald de l'Isle-Adam.
Im Wald von Carnelle kann man die Reste eines Lagers aus der Römerzeit finden.
Im Mittelalter ist eine Familie in Presles bekannt, in der Folge gehörte der Besitz nacheinander den Familien Baillet, Nointel und schließlich durch Heirat dem Prince de Conti.
1790 entstand die jetzige Gemeinde. Von den Bevölkerungszahlen weiß man, daß es 1331 13 Haushalte in Courcelles und 23 in Prerolles gab. 1982 zählte man 3 125 Einwohner.

Presles ist stolz auf seine Kirche. Die Grundstruktur des Kirchturms und eine Säule weisen auf eine Entstehung im 12. oder 13. Jahrhundert hin. Das Haupt-und Seitenschiff stammen aus der Renaissance, das bezeugt die Jahreszahl 1463, die sich auf einem Steinschild in Höhe der Fenster an der Apsis befindet. Die Jahreszahlen 1446 und 1451 wurden in den Fenstersturz des kleinen Südportals eingelassen. Die Kirche wird heute wegen ihrer Chorstühle aus der Epoche Ludwigs XIV. oft besucht. Früher kamen die Menschen wegen der vielen „Werke der Barmherzigkeit" an diesen Ort. Die aus Holz geschnitzten Figuren stellen Berufe, Fabeln und Sprichwörter des flämischen Mittelalters sowie Tierkreiszeichen dar.
Von dem Kloster in Presles findet man keine Spuren mehr. Es war eine Gründung der Zisterzienser-Abtei von Notre Dame du Val. Ein Siegel des Klosters von Presles ist heute im Louvre ausgestellt. Es informiert uns über den Ursprung des Namens Presles, der sich aus dem Lateinischen „pratellae", „die kleinen Wiesen", ableitet.
Im Südosten des Dorfes kann man im Wald die Festung „Valpendant" sehen. Der Tradition gemäß gehörte das Bauwerk den Tempelherren, die am anderen Hang des Tales einen Kommandoturm errichten ließen. Von ihm sind noch Überreste am Rand des Waldes von Carnelle vorhanden. Die Hauptstraße von Presles hat ebenfalls ihre Geschichte. Diese kurvenreiche Straße war Teil einer der wichtigsten Straßen im französischen Reich, die von Paris bis nach Flandern führte. Das guterhaltene Gasthaus von „La Cave", heute in eine Farm umgewandelt, mit seinen Ställen, Weinkellern, Gästezimmern und seinen Schlafsälen für Kutscher und Stallknechte, zeugt noch heute von ihrer Bedeutung.
Balzac kannte diese Gegend und erwähnte sie in einem seiner Romane („Ein Erlebnis im Leben"), indem er schrieb: ,,... es existiert ein Weg, der an einem Ort, den man La Cave nennt, vorbeiführt. Er liegt in einem der schönsten Wälder im Oise-Tal."

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Wappenstein beim Dorgemeinschaftshaus in Thaleischweiler-Fröschen

 

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